Kaffee-Trends 2026: Was trinken die Deutschen?

Verschiedene Kaffeezubereitungen nebeneinander: Handfilter, Espresso, To-go-Bec

161 Liter pro Kopf und Jahr.

Das sind rechnerisch 0,44 Liter am Tag, jeden Tag, über die gesamte Bevölkerung gerechnet, also einschließlich aller, die gar keinen Kaffee trinken.

Und trotzdem ist das ein Rückgang. Der vierte in Folge.

Die Lage in fünf Zahlen

Der Deutsche Kaffeeverband meldete für 2025: 456.000 Tonnen Röstkaffee abgesetzt, 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr, bei einem Umsatz von 8,98 Milliarden Euro, 23,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die ganze Bohne erreichte mit 193.800 Tonnen einen Rekord und hat sich in zehn Jahren um 130 Prozent gesteigert, während gemahlener Kaffee im selben Zeitraum rund 38 Prozent verloren hat. Der Konsum außer Haus lag mit 125.500 Tonnen ebenfalls auf Allzeithoch.

Weniger Menge, deutlich mehr Geld

Die beiden wichtigsten Zahlen stehen direkt nebeneinander und erzählen zusammen die ganze Geschichte.

Die Menge sinkt: 456.000 Tonnen bedeuten ein Minus von 1,5 Prozent. Beim Pro-Kopf-Verbrauch ist es der vierte Rückgang hintereinander.

Der Umsatz steigt kräftig: 8,98 Milliarden Euro sind fast ein Viertel mehr als im Vorjahr.

Dieser Sprung ist kein Nachfrageboom. Er ist fast vollständig ein Preiseffekt. Warum die Rohkaffeepreise so stark gestiegen sind und was davon inzwischen wieder zurückgeht, haben wir in einem eigenen Artikel über die Kaffeepreise aufgeschrieben.

Die kurze Formel: Die Deutschen trinken etwas weniger Kaffee und zahlen deutlich mehr dafür.

Der klare Gewinner: die ganze Bohne

Die auffälligste Verschiebung im Markt.

193.800 Tonnen ganze Bohne im Jahr 2025 sind ein neuer Höchstwert. Über zehn Jahre entspricht das einem Plus von 130 Prozent, also mehr als einer Verdopplung.

Rechnet man die 193.800 Tonnen gegen die 456.000 Tonnen Gesamtabsatz, werden inzwischen gut vier von zehn Kilogramm Röstkaffee in Deutschland als ganze Bohne verkauft.

Der Treiber ist klar benannt: Jeder dritte Haushalt in Deutschland besitzt einen Vollautomaten. Was hinter dieser Entwicklung sonst noch steckt, steht im Artikel Warum ganze Bohnen boomen.

Der klare Verlierer: gemahlener Kaffee

Die Kehrseite derselben Medaille.

Gemahlener Kaffee hat in zehn Jahren rund 38 Prozent verloren. Das ist kein Nachlassen, das ist ein Strukturwandel.

Zwei Gründe liegen auf der Hand. Erstens ersetzt der Vollautomat die Filtermaschine in vielen Haushalten. Zweitens hat sich herumgesprochen, dass frisch gemahlener Kaffee anders schmeckt. Was dabei tatsächlich passiert, steht im Vergleich von ganzen Bohnen und gemahlenem Kaffee.

Verschwinden wird gemahlener Kaffee nicht. Für Filtermaschinen ohne Mühle und für alle, die eine Tasse pro Woche trinken, bleibt er die sinnvolle Wahl.

Rekord außer Haus

Ein Wert, der die Lesart „die Deutschen trinken weniger" relativiert.

125.500 Tonnen wurden 2025 außer Haus getrunken, in Cafés, Bäckereien, Kantinen und Büros. Das ist ein Allzeithoch und übertrifft den bisherigen Rekord von 125.000 Tonnen aus dem Jahr 2018.

Bemerkenswert ist das aus zwei Gründen. Zum einen liegt der Wert über dem Niveau vor der Pandemie, die Gewohnheit ist also nicht bloß zurück, sie ist gewachsen. Zum anderen passiert das in einem Jahr, in dem die Preise im Café deutlich gestiegen sind.

Der Verband ordnet das so ein: Kaffee sei für viele ein sozialer Moment und nicht allein ein Getränk. Das erklärt, warum ausgerechnet dieser Teil des Marktes wächst, während zu Hause etwas weniger getrunken wird.

Die Überraschung: löslicher Kaffee erfindet sich neu

Der Teil der Zahlen, mit dem kaum jemand gerechnet hätte.

Löslicher Kaffee steckt inzwischen in etwa jeder zehnten Tasse, die in Deutschland getrunken wird. Und der Verband nennt ihn ausdrücklich als Segment, aus dem neue Impulse kommen.

Dahinter stehen zwei Produktgruppen, die mit dem Instantkaffee aus dem Glas wenig zu tun haben:

  • Löslicher Specialty-Kaffee, also aufwendiger verarbeitete Einzelherkünfte in löslicher Form
  • Flüssige Kaffeekonzentrate, mit denen sich vor allem kalte Getränke schnell zubereiten lassen

Der gemeinsame Nenner ist Flexibilität: Beides funktioniert ohne Maschine, ohne Mühle und ohne heißes Wasser. Dieselbe Logik steht hinter Drip Bags, also Einzelportionsfiltern für unterwegs.

Was diese Zahlen über die Gewohnheiten verraten

Vier Beobachtungen, die sich aus den Daten ableiten lassen.

  1. Qualität gewinnt gegen Menge. Weniger Kilogramm, mehr Umsatz, mehr ganze Bohne. Das Muster zeigt eine Verschiebung von viel zu besser.
  2. Die Maschine bestimmt den Einkauf. Der Vollautomat in jedem dritten Haushalt ist der stärkste einzelne Faktor für die Marktverschiebung.
  3. Kaffee bleibt sozial. Der Rekord außer Haus entsteht trotz hoher Preise.
  4. Bequemlichkeit ist kein Gegensatz zu Qualität mehr. Löslicher Specialty-Kaffee und Einzelportionen zeigen, dass beides zusammengeht.

Was 2026 wahrscheinlich prägt

Ein kurzer Ausblick, ausdrücklich als Einschätzung und nicht als Datenlage.

Die Preisfrage bleibt. Der Rohkaffeepreis ist seit dem Rekord von Februar 2025 deutlich gefallen, im Handel kommt das aber verzögert an. Ob der Umsatzsprung von 2025 sich wiederholt, ist offen.

Die ganze Bohne wird weiter wachsen. Der Trend läuft seit zehn Jahren und ist an die Verbreitung von Vollautomaten gekoppelt. Beides dreht sich nicht kurzfristig.

Kalt und unterwegs sind die interessanten Felder. Konzentrate, Einzelportionen und kalte Zubereitungen adressieren genau die Situationen, in denen bisher entweder schlechter Kaffee oder gar keiner getrunken wurde.

Was daraus tatsächlich wird, steht in den Zahlen des nächsten Jahres. Wir aktualisieren diesen Artikel, wenn sie vorliegen.

Häufige Fragen

Wie viel Kaffee trinken die Deutschen pro Kopf?

Rund 161 Liter im Jahr, also rechnerisch etwa 0,44 Liter am Tag über die gesamte Bevölkerung gerechnet. Das ist der vierte Rückgang in Folge.

Wie groß ist der deutsche Kaffeemarkt?

2025 wurden 456.000 Tonnen Röstkaffee abgesetzt, 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Umsatz lag bei 8,98 Milliarden Euro und damit 23,5 Prozent höher, was fast vollständig auf gestiegene Preise zurückgeht.

Welches Kaffeesegment wächst am stärksten?

Die ganze Bohne. 2025 wurden 193.800 Tonnen abgesetzt, ein Rekord und ein Plus von 130 Prozent in zehn Jahren. Gemahlener Kaffee verlor im selben Zeitraum rund 38 Prozent.

Wie viele Haushalte haben einen Vollautomaten?

Etwa jeder dritte Haushalt in Deutschland. Das ist der wichtigste Grund für den Aufstieg der ganzen Bohne.

Trinken die Deutschen mehr Kaffee außer Haus?

Ja. 2025 wurden 125.500 Tonnen außer Haus konsumiert, ein Allzeithoch, das den bisherigen Rekord von 125.000 Tonnen aus dem Jahr 2018 übertrifft.

Ist löslicher Kaffee wieder im Kommen?

In etwa jeder zehnten Tasse steckt löslicher Kaffee. Neue Impulse kommen dabei weniger aus dem klassischen Instantkaffee als aus löslichem Specialty-Kaffee und flüssigen Konzentraten für kalte Getränke.

Wenn du zu den gut vier von zehn Kilogramm gehören willst: Unseren Arhuaco Native Coffee gibt es als ganze Bohne in 250 g und 500 g. Und für unterwegs als Drip Bags, ganz ohne Maschine.

Quellen & weiterführende Informationen

  • Deutscher Kaffeeverband, Pressemitteilung vom 2. April 2026: Deutscher Kaffeemarkt 2025 stabil, Segment „Ganze Bohne" in zehn Jahren mehr als verdoppelt, Allzeithoch beim Konsum außer Haus – sämtliche Marktzahlen dieses Artikels: Absatzmenge, Umsatz, Pro-Kopf-Verbrauch, Segmententwicklung, Außer-Haus-Konsum, Verbreitung von Vollautomaten
  • Deutscher Kaffeeverband über Gastrospiegel und Falstaff – Einordnung des vierten Rückgangs in Folge beim Pro-Kopf-Verbrauch, Aussagen zu löslichem Specialty-Kaffee und flüssigen Konzentraten